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Alles über Zecken

Neben dem Floh ist die Zecke einer der wichtigsten und häufigsten Ektoparasiten bei Hund und Katze. Sie ist ein Blutsauger, der Hautentzündungen bei den befallenen Opfern hervorrufen kann. Auch ist sie ein Krankheitsüberträger, was eine wirksame Zeckenprophylaxe bei unseren Haustieren unumgänglich macht.

Zecken

Zecken gehören wie die Milben zu den Spinnentieren (8 Beine). Zecken gibt es in ca. 800 Arten. Sie sind weltweit verbreitet und kommen überall vor außer in der Arktis und der Antarktis. Der Zeckenbiss kann Vergiftungen und Entzündungen verursachen, Kankheiten übetragen und nicht zuletzt auch zu Blutverlust führen (0,3 ml).

Die bei uns häufigste Zecke ist der Holzbock, Ixodes ricinus, eine Freilandzecke, die aber während längerer Lebensphasen auf dem Wirtstier parasitiert. Er liebt Temperaturen zwischen 17 und 20°, ist aber auch in milden Wintern aktiv ab ca 5°. Sonst kommt er in Gebüsch, lichten Wäldern und hohem Gras (dichte Vegetation bis 1m Höhe) vor.

Die Wirtsfindung ist weitgehend dem Zufall überlassen, der Gesundheitszustand des Wirtstiers spielt hierbei keine Rolle, wenn auch wiederholt befallene Opfer durchaus gewisse Abwehrkräfte gegen die Plagegeister entwickeln können (zellvermittelte Immunität führt zu Entzündung und vermindertem Blutfluss mit der Folge, dass sich die Zecke fallen läßt oder gar abstirbt). Auch gibt es Hunde, die nur selten befallen werden; sie scheinen für Zecken aus welchen Gründen auch immer, wenig attraktiv zu sein. Jedenfalls werden die Zecken teils im Vorbeigehen abgestreift oder aber die Zecken lassen sich auf ihr Opfer fallen, sobald sie es wahrnimmt. Hierbei reagiert die Zecke auf Wärme (Infrarotstrahlung) und vor allem auf Geruch. Hierzu dient das Hallersche Organ, ein Chemorezeptor mit Sinnesborsten. Dieses registriert NH3, CO2, Milch- und Buttersäure, Phenole und andere Duftstoffe mehr.

Zunächst wandern die Zecken auf ihrem Wirt eine Weile umher, bis sie eine Stelle am Körper gefunden haben, die ihnen zum Biss geeignet erscheint: Weiche, warme und dünnhäutige Partien erfreuen sich besonderer Beliebtheit. Mit ihrem Bohrwerkzeug, dem Hypostom schneidet die Zecke in die Haut und sondert lokal betäubende und blutgerinnungshemmende Substanzen ab, so dass das Opfer den Biss nicht spürt. Das Hypostom hat auf der Unterseite nach rückwärts gerichtete Zähne, die streng symmetrisch angeordnet sind. Der Stachel wird mit einer klebrigen Masse zusätzlich fixiert. Danach fängt die Zecke alsbald an zu saugen. Ein Weibchen saugt bis zu 10 Tage lang und bis es etwa 200 mal soviel wiegt wie zuvor. Dann legt es bis zu 3000 Eier.

Das alles wäre ja noch zu ertragen, aber Zecken übertragen zu alle dem auch noch gefährliche Infektionskrankheiten, am bekanntesten die Borreliose und die FSME.

Die Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung und für den Hund gefährlicher als die FSME. 40% aller Zecken sind mit Borrelien infiziert. Sie führt zu gestörtem Allgemeinbefinden, Fieberschübe, Lahmheiten durch Gelenkentzündungen sowie Lymphdrüsen- und Nierenentzündungen. Die Erreger sind im Darm der Zecke vorhanden. Erst durch die Blutmahlzeit werden sie aktiviert, so dass erst 2-6 Stunden nach Beginn des Blutsaugens Erreger über den Speichel in den Wirt gelangen. Fazit: Den Hund nach dem Spaziergang regelmäßig absuchen. Wichtig ist auch die richtige Technik des Zeckenentfernens: Kein Öl, Klebstoff oder ähnliches verwenden, da die Zecke im Erstickungskrampf erst recht Speichel ausscheidet. Auch das starke Drücken der Zecke ist zu vermeiden, denn sonst erbricht die Zecke vermehrt Speichel und Darminhalt. Wie rum man dreht ist allerdings völlig egal. Möglichst tief fassen mit Zange oder Fingernägeln und los geht's. Steckengebliebene weil abgerissene Mundwerkzeuge sorgen immer wieder zu großer Besorgnis bei den Tierbesitzern, sind aber gar kein Problem, da sie absterben und zersetzt bzw. ausgeschieden werden.

Neben dem Holzbock ist auch noch die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) von einiger Bedeutung. Sie kommt aus wärmeren Gebieten, wird aus südlichen Ländern eingeschleppt und befällt nur den Hund. Sie vermehrt sich auch in geschlossenen Räumen rasant, so dass es zu regelrechtem Massenbefall kommen kann.

Neben der Zecke gibt es noch weitere Ektoparasiten: Flöhe, Läuse, Haarlinge und Milben.

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